Home » Interviews (Page 2)

  • Daily Rap trifft SEOM (Spirit Interview 2014)

    seom interview spirit 2014

    Bereits im letzten Sommer durfte ich ein sehr spirituelles und tiefgründiges Gespräch mit dem Augsburger Künstler SEOM führen. Der Schwerpunkt lag auf seinem neuen Album „Spirit“, wobei wir auf den Themen der einzelnen Tracks beruhend noch ein wenig philosophiert haben. Nach einigen technischen Schwierigkeiten ist es nun endlich online.

    „Fangt an zu lieben, oder hört einfach nicht damit auf..“

    Einen ersten Eindruck von seiner Musik kann man sich mit dem Video zum Titeltrack Spirit oder auf seinem Youtube Kanal verschaffen.

    Albumbestellung und weitere Infos auf seiner Homepage www.seom-music.de

    Vielen Dank an Mindfest Media für Kamera und Schnitt!

    Vielen Dank an Pikant für die Tonbearbeitung!

    Background Beats by Mephis Dophulus

     Viel Vergnügen..

    1 KommentarKommentierenPop OutCheck this out »

  • Daily Rap trifft LUX, Cap Kendricks, Phil Harmony & Dj Mic E (Dopeboyz Interview 2014)

    interview dopeboyz

    Nach über einem Jahr Sendepause endlich wieder ein Daily Rap Interview!

    Mit wem? Mit meiner Lieblingsgang aus München, denn was die Jungs so an den Start bringen ist mächtig viel und bedarf doch einiger dialogbasierter Erklärung. So haben wir uns an einem schönen Wintertag auf den Hügeln über ihrer Hood zusammengesetzt und über Vergangenes und Kommendes, über Projekte und Musik unterhalten. Einfach um euch  LUX, Cap Kendricks, Phil Harmony und Dj Mic-E ein wenig näher zu bringen. Sehr sympathisch und spannend was bei den Dopeboyz so abgeht. Enjoy..

    0 KommentareKommentierenPop OutCheck this out »

  • Interview: Der Asiate

    Asiate_Pressebild_3Künstler die ihre Bekanntheit durch den VBT oder andere VideoBattleWettbewerbe erlangt haben, werden oft diesen Stempel nicht so schnell wieder los. So ist dies auch beim Asiaten, der zwar Dankbar für die Plattform „JuliensBlogBattle“ ist, jetzt aber seinen eigenen Weg gehen möchte. Am 07. März 2014 veröffentlicht er seine EP „Bis zum Morgengrauen“. Im Interview geht es um Veränderung, das Comeback des „Comedy-Rap“, Selbstinszenierung und natürlich den Asiaten als Person.

     

    Hallo Asiate! Ist das die richtige Ansprache oder hast du noch weitere Spitznamen?

    Ja man nennt mich auch noch Assi, Reiskanzler, Kopierninja.

     

    Wie kam es dazu, dass du deinen kulturellen Hintergrund für die Musik nutzt? Hat sich das erst entwickelt oder hattest du diesen Namen schon immer?

    Ich hab mich ein wenig an B-Tight orientiert, denn ich fand „Der Neger“ war ein ziemlich treffender  Name und da Ich ja zur hälfte Vietnamese bin, passt das ja auch ganz gut sich „Der Asiate“ zu nennen. Im Laufe der Jahre haben mich schon viele gefragt was es mit dem Namen auf sich hat, aber dennoch konnten sie sich den Namen leicht einprägen und das ist ja auch die Hauptsache finde Ich.

     

    Bekannt geworden bist du durch den Onlinewettbewerb „JuliensBlogBattle“, bei dem Künstler gegenseitig in Videos antreten.  Würdest du heute noch mal alles genauso machen?

    Ich hatte damals durch Julien eine super Plattform um bekannt zu werden und hab in kurzer Zeit relativ viele Fans bekommen. Niemals hätte Ich damit gerechnet, dass dieses Tunier so durch die Decke gehen wird. Ich würde es denk ich mal genauso machen wie damals da es einfach viel leichter ist Kontakte zu knüpfen wenn man ein wenig bekannter ist. Aber ich hätte mir gewünscht, dass ich nach der Battlezeit eine EP oder Album rausgebracht hätte auf dem Level von „Bis zum Morgengrauen“.

     

    Deine Musik wird oft als „Comedy-Rap“ bezeichnet. Das gab es ja früher auch mal goldene Ära mit Künstlern wie zum Beispiel „Fettes Brot“, „Dendeman“ und „Fünf Sterne Deluxe“. Glaubst du das nach dem ganzen Gangster- und Strassenrap auch wieder Zeit für diese Musik ist?

    Ich würde nicht sagen, dass Samy und Fettes Brot Comedy Rap sind. Meiner Meinung nach ist eher K.I.Z., 257ers, Trailerpark die Definition für Comedy Rap heutzutage. Ich liebe Comedy Rap, es unterhält mich ungemein, aber Ich finde als Künstler sollte man sich nicht nur darauf versteifen. Man sollte auch manchmal Gefühle zeigen und deepere Songs schreiben .

     

    Am 07. März 2014 erscheint deine EP „Bis zum Morgengrauen“. Einige Tracks konnte man vorher schon als Video sehen. Es scheint, als wenn es eine vielseitige EP geworden ist. Was hat dich dazu bewegt auch ernstere Themen musikalisch zu verarbeiten?

    Mir war einfach danach mich auch einmal von einer anderen Seite zu zeigen und nicht immer nur lustig – lustig – Punchline – lustig zu Rappen. Ich war schon immer einer der versucht hat vielseitig zu sein, aber wir haben uns meistens immer nur die Crazy Songs rausgesucht und verfilmt. Ich bin auch erwachsener geworden und im Alter ändert sich das Denken ja auch öfters mal und man findet viele Dinge von früher auf einmal nicht mehr so cool.

     

    Einige Tracks, wie zum Beispiel den Titeltrack „Bis zum Morgengrauen“ könnte man fast schon als Pop-Nummer bezeichnen. War das Absicht? Siehst du dich auch in anderen musikalischen Richtungen?

    Nein, dass war nicht mein Ziel aus dem Song eine Pop-Nummer zu machen. Ich war im Studio bei Dasmo und hab meine Hook gerappt und er meinte ich sollte doch mal probieren die Hook zu singen. So kam eins zum anderen und der Song ist super melodisch geworden und geht jetzt auch ein wenig in den Pop–Bereich, aber das war nicht meine Absicht und ist eher unbewusst entstanden.

     

    Deine Videos sind meistens auch sehr aufwendig produziert, glaubst du das war bereits bei den Battles neben dem Rap ein entscheidender Punkt?

    Denk mal schon, Picmention haben mich einfach immer super in Szene gesetzt. Durch Picmention ist das Video–Level in Deutschland auch definitiv gestiegen. Ich wette Sie könnten mit jeder Musikproduktion des Landes mithalten und durch ihre Videos war ich vielen Rappern in Deutschland weit voraus.

     

    Was glaubst du, wie wichtig ist generell das „Gesamt-Paket“? Also auch optisches Auftreten durch Video, Image und interaktion mit den Fans.

    Neben der Musik ist das Darstellen des Künstlers mit das Wichtigste. Zu meinen Fans halte ich einen sehr engen Kontakt und  pflege einen guten Draht. Ich versuche Sie sehr oft auch mit einzubeziehen. Mein Motto war und ist: Immer menschlich bleiben!

     

    Du hast ziemlich viele Fans, wie man auf Facebook sehen kann. Siehst du darin Vorteile, dass du deine Fans direkt erreichen kannst? Wird dir das manchmal auch vielleicht etwas zu viel? Denn einfach mal ein paar Tage untertauchen ist ja fast auch nicht drin.

    Facebook–Fans kann man nicht vergleichen mit echten Leuten die deine Musik kaufen und hören. Wie schnell ist heutzutage ein Bild ein Beitrag geliked und geteilt!? Dennoch habe Ich in den letzten 2 Jahren sehr wenige Tage erlebt, wo ich auf der Straße nicht erkannt wurde. Teilweise ist das sehr schön, nur manchmal auch ein wenig nervig immer der lustige, nette Asiate zu sein. Aber man muss ja Opfer bringen und es ist dennoch immer wieder schön wenn Leute meine Musik und mich als Menschen schätzen.

     

    Gelegentlich sieht man dich auch bei der Berline Battle-Rap-Reihe „Rap am Mittwoch“. Wie stehst du zu Live-Battles?

    Ganz großes Kino!!! Ich feier diese Veranstaltung unglaublich und die Typen auf der Bühne genauso. Ben Salomo hat mich auch schon öfters gefragt ob Ich mal battlen will, nur mir fehlt derzeit der Ehrgeiz da meinen Mann zu stehen.

     

    Gibt es schon Pläne für nach der Veröffentlichung der EP? Vielleicht ein Album oder eine Tour?

    Ich arbeite gerade auf Hochtouren an meinen Album was Ende des Jahres erscheinen soll. Ein paar Termine Live stehen an nur eine gesamte Tour ist noch nicht geplant.

     

    Wenn du es dir aussuchen könntest unabhängig von Zeit, Geld und Ort. Mit welchem Künstler würdest du gerne mal zusammenarbeiten?

    Edgar Wasser, Blut und Kasse, Rhymin Simon, Casper und Kollegah!!!

     

    Danke für deine Zeit. Ich wünsche dir viel Erfolg mit der EP. Und vielleicht hast du uns ja noch was zu sagen?

    Immer schön viel Reis essen und kauft meine EP „Bis zum Morgengrauen“ unter www.snuzz.de.

    0 KommentareKommentierenPop OutCheck this out »

  •  
  • Interview: Young roDDie

    YoungroDDie_Presse_2

    Young roDDie ist ein aufstrebender Newcomer, der mit smooven Beats und gechilltem Flow und Old School Herz höher schlagen lässt. Im Interview sprach er mit uns über seine neue EP „Momentum“, mit welchem Künster er gerne zusammenarbeiten würde und was die Zukunft noch bringen wird. Das Video zur akutellen Single „Einen Moment nur“ und den Free-Track „Outfit | Mucke“ gibt es hier.

    Hallo Young Roddie! Ich hoffe, du bist gut in den Tag gestartet?
    Ja, fantastisch! Vielen Dank.

    Du machst nicht erst seit gestern Musik, bist aber bestimmt einigen unserer Leser nicht bekannt. Willst du vielleicht kurz etwas zu deinem musikalischen Werdegang erzählen?
    Sehr gerne! Durch meine kamerunische Herkunft war ich schon immer von Musik umgeben. In meiner Kindheit gehörte Musik einfach immer dazu. Mein Vater war und ist Musikliebhaber und er hat eine beachtliche Sammlung von Schallplatten und Tapes zu Hause. Er war sozusagen der Dj der Familie und hat meine Ohren seit frühester Kindheit mit sämtlichen Genres beschallt. Meine Eltern waren es auch, die mir die ersten Rap Platten schenkten.

    Im Alter von 12-14 schrieb ich erste Songs und bekam Keyboard- sowie Gesangsunterricht. Ich erinnere mich noch daran, als wäre es heute gewesen. Ein paar Monate bevor ich 14 wurde, sah ich Dj Air-Knee von der Jazzkantine zusammen mit David Thomas (Starlight Express) in einem Interview. Ich fand seine Studionummer heraus und sang/rappte ihm was am Telefon vor. Er meinte dann, ich hätte Talent, doch mein Style würde sich noch sehr verändern und ich solle ihn in 2 Jahren noch mal kontaktieren. Das habe ich keinesfalls als negativ aufgefasst, denn nach 2 Jahren hatte ich 2 Crews, ein paar lokale Auftritte und ein selbst produziertes Demo Tape mit Headset eingerappt und eingesungen. Ich rief ihn wieder an.

    Er lud mich in sein Studio in Hannover ein und nachdem wir mein Demo angehört hatten, lud er mich eine Woche später in seine Live-Show mit David Thomas und Volkan von Orange Blue ein. Das war mein erster Auftritt mit Profimusikern und für mich definitiv der Punkt, an dem ich wusste, dass das eine große Liebe ist. Das machte ich noch ein paar Mal und spielte ebenfalls mit Leuten wie Rick Washington und Lars „BassProfessor“ Lehmann. Von da an gab es fast nur noch Musik für mich und nach dem Abi kam ich nach Mannheim, um Musik an der Popakademie zu studieren. Ende 2009 bekam ich ein Engagement bei King of Pop – The Show (Tribute to Michael Jackson) und tourte mit dem Ensemble durch Europa und Russland. Das war auch das Jahr in dem ich mein 1. Album „Flowin Is What I Do“ veröffentlichte. Es folgten Auftritte im Ensemble Rock meets Classic mit Jon Lord, Steve Hackett und Chris Thompson, sowie Gigs als Support für Max Herre, Afrob und dem Wu-Tang Clan. Ein paar Mixtapes und eine EP später stehe ich jetzt vor „Momentum“. Jetzt bin ich hier.

    Am 29. November veröffentlichst du deine EP MOMENTUM. Was ist das inhaltliche und musikalische Konzept der EP?
    Jeder einzelne Track ist für sich genommen eine Momentaufnahme und zusammen ergeben die 7 Tracks der EP den Zustand, den ich Momentum nenne. Ein Zustand, der alles in Zeitlupe erscheinen lässt und in dem man Dinge für sich klar beurteilen kann. Es ist auch das erste Mal, dass ich auf Deutsch zu hören bin. Die Themen der Songs sind sehr vielfältig. Die EP ist sowohl textlich als auch musikalisch wie eine Reise durch verschiedene Gefühlswelten. Dabei ist von „Sich selbst erkennen“, „Loslassen“ bis zu Liebe und Glücklichsein alles dabei.

    Wieso ist es kein Album geworden?
    Ich wollte nichts erzwingen. Die Momente in denen die Songs entstanden sind, waren für mich fast magisch. Alles fügte sich zusammen, als ob es nicht anders hätte sein sollen. Als ich die 7 Tracks hatte, wusste ich, dass ich nichts mehr an der Konstellation verändern wollte.

    Wer produziert deine Beats?
    Die Beats mache ich meist selbst, da fast alle meiner Textideen in meinem Kopf schon mit bestimmten Rhythmen und Melodien geboren werden. Hinzu kommt, dass ich oft am Piano schreibe. Dadurch hat jede Idee von Anfang an eine Grundrichtung, der ich irgendwie immer folgen möchte. Ich mag es, wenn Musik aus einer simplen Idee entsteht und ich jeden Schritt des Weges erforschen kann. Trotzdem gibt es da draußen natürlich unheimlich talentierte Beatmaker. Und wenn mich die Art und Weise flasht, bin ich für jeden Sound ziemlich offen. Momentum habe ich jedoch komplett selbst produziert.

    Du hast bereits das Video zu „Einen Moment nur“ veröffentlicht. Ein Track von der EP, der aber auch als Single erscheinen wird. Worum geht es genau im Track?
    „Einen Moment nur“ ist eine Konversation, in der man glaubt etwas mit einer anderen Person auszumachen und eigentlich ist es di e Auseinandersetzung mit einem selbst. Man hat eine Entscheidung treffen müssen und stöbert durch vergangene Momente, um alles noch mal nachzuvollziehen. (Dabei kommt dieser eine Moment, der einen für einen einzigen Moment zweifeln lässt.)

    Welcher Song auf der EP ist dein Lieblingssong und warum?
    Das ist schwer. Ich verbinde mit jedem Track ein ganz besonderes Erlebnis. Da die Songs daher unterschiedlicher nicht sein könnten, kann ich leider keinen klaren Favoriten wählen. Das war bei meinen vorherigen Platten anders (lacht). Ich kann aber sagen, dass ich „Let Me Be“ und „Einen Moment nur“ sehr mag, wenn ich an die anderen Tracks denke, kann ich dasselbe sagen 😉 „Don’t Leave“ ist ein wunderschöner Moment und „F*ck My Life“ gönnt es dir einfach. „Nur Dich“ hat etwas ganz spezielles, ich glaube so einen Track habe ich noch nie geschrieben. Die anderen beiden Tracks laden zum Entdecken ein. „Ich bleibe hier“ ist sehr mutig und „More“ sucht nach dem Mehr. Ich glaube ich konnte die Frage nicht wirklich beantworten, oder? 😉

    Nicht wirklich, aber trotzdem danke für die genaue Erläuterung.

    Mit welchen Künstlern (unabhängig von Geld oder Entfernung) würdest du gerne zusammenarbeiten?
    Harry Belafonte, aber der singt leider nicht mehr! ich bin ein sehr großer Fan des Ende 80er und 90er Jahre Hip Hops. Also im Prinzip alle Größen aus dieser Zeit, die jetzt immer noch aktiv sind. Will Smith, Jazzy Jeff, LL Cool J, Nas und R.Kelly sind Personen, die mich in meiner Jugend sehr geprägt haben. Ansonsten gibt es natürlich noch viel mehr Künstler aus verschiedenen Genres, die ich feiere. Michael Bublé ist einer davon. Joy Denalane ist eine meiner Lieblingssängerinnen.

    Was ist deine Inspirationsquelle für Songs? Brauchst du zum Schreiben einen bestimmten Ort oder e in Ritual?
    Ich versuche jeden Tag aktiv zu erleben. Ich beobachte gern und hab mich schon immer für die Eigenarten und das Verhalten des Menschen interessiert. Reibungspunkte, Auseinandersetzungen und Missverständnisse faszinieren mich, ebenso Sachen, die das Herz höher schlagen lassen. Ich weiß, wie es ist mit schwierigen Bedingungen klarkommen zu müssen oder sich selbst im Weg zu stehen. Durch das Beobachten, habe ich auch einiges über mich selbst gelernt. Ich mag Sprache und wie sie sich durch modische Neuheiten verändert. Gekonnt mit der Sprache zu spielen, die wiederum mit Menschen aller Art kommuniziert, ist für mich eine der größten Künste. Manchmal schreibe ich auch nur, was mit mir los ist und komponiere die Musik so, dass sie mir zuhört, auch wenn es kein anderer tut. Es gibt so viele verschiedene Dinge auf der Welt mit denen man sich auseinandersetzen kann und manchmal auch muss. Und das alleine inspiriert mich schon total.

    Ritual, hm.. Ich schreibe die ersten Zeilen meist im Kopf und laufe dabei im Raum herum. Wenn ich herausgefunden habe, was ich wie sagen will, fange ich an aufzuschreiben.

    Du bist in Mannheim an der Popakademie als Dozent tätig. Wen und was unterrichtest du dort?
    Im Moment habe ich dort als Gastdozent zwei Veranstaltungen. Eine für den Bachelor und eine für den Educating-Master Studiengang. In beiden geht es um den Umgang mit Kreativität, wie man sie weckt, wie man sie mit didaktischen Methoden lenken und für sich bündeln kann, um andere Personen und sich selbst zu inspirieren. Einerseits werden gute technische Tools besprochen, andererseits steht bei jeglicher Vermittlung Kommunikation im Vordergrund und da gibt es viel Nonverbales zu entdecken.

    Machst du sonst noch was von dem wir wissen sollten?
    Ich betreibe ein Studio in Mannheim (Dàm Black HQ), in dem ich auch die meisten meiner letzten Projekte realisiert habe. Das hat im Jahr 2007 recht klein angefangen und jetzt ziehen wir gerade in etwas größere Räumlichkeiten. Das Studio steht aber nicht nur meinen eigenen Projekten zur Verfügung, wir machen auch Auftragsproduktionen und können ein breites Paket an Dienstleistungen anbieten. Von einer schlichten Aufnahme bis zum ausproduzierten Song ist alles möglich.

    Außerdem gebe ich Workshops, in denen es um verschiedene Aspekte der Musik wie etwa softwaregestütztes Produzieren, Songwriting, kreatives Schreiben und Performance geht. Dabei versuche ich bei jungen Kids, die sich für Hip Hop interessieren , die Werte, die mir damals vermittelt worden sind, weiterzugeben. Ich denke was das anbetrifft, bin ich einfach Old School. Die Workshops sind zudem sehr vielseitig. Das geht dann schon von reinen Hip Hop Projekten wie Respect! Heidenheim , bei dem Samy Deluxe Schirmherr war , und Rap & Respect Mannheim für das O2 Media College über Projekte der Popakademie Baden-Württemberg wie InPop & School of Rock, bis zu Projekten für die Mörike Gesellschaft und Stiftung Lesen. Das macht mir einfach unheimlich viel Spaß sowohl mit Kids und Erwachsenen, als auch mit Lehrern zu arbeiten und gibt mir auch unheimlich viel zurück.

    Musiker ist selten ein Beruf, den man als junger Mensch vom Computer im Arbeitsamt ausgespuckt bekommt. Daher bitte vervollständige den nächsten Satz: „Wäre ich nicht Musiker, dann wäre ich … geworden und zwar weil … .
    „Wäre ich nicht Musiker, dann wäre ich zu gerne Anwalt geworden und zwar, weil ich als Kind immer Matlock geguckt habe 😉 Das Argumentieren, sowie der Umgang mit dem Recht beeindruckten mich. Auch die Tatsache, dass Recht zu haben und Recht zu bekommen zwei Paar Schuhe sind, zeigte mir, wie nahe es am normalen Leben dran ist. Allzu weit entfernt von Rap ist es demnach auch nicht. Sprache, Auslegung und Interpretation spielen dort ebenfalls eine große Rolle. Natürlich muss man, um praktizieren zu können, einen langen Weg mit viel Auswendiglernen zurücklegen, was im Kontrast zu einem kreativen Job steht. Psychologie hätte mich auch gereizt.

    Wo kann man dich demnächst Live erleben?
    Ich bin im November in Portugal auf der Sag’s Auf Deutsch Tour für das Goethe-Institut. Danach steht ein „Momentum“ Release-Event an, zu dem es dann noch nähere Infos geben wird.

    Was sagst du zur derzeitigen Hip Hop Kultur in Deutschland? Ist Hip Hop bereits tot? Wie stehst du zu Rap in den Charts?
    Ich habe Hip Hop Is Dead sehr gefeiert! Nicht nur als langjähriger Nas Fan, sondern auch aus dem Grund, dass dieses Album es in einem einzigen Moment geschafft hat, den Stand von Hip Hop weltweit, öffentlich zu thematisieren und zu Dialogen dieser Art anzuregen.

    Schön finde ich die Vielfalt an neuen Sachen. Berührungsängste mit anderen Genres und Styles sind so gut wie nicht mehr vorhanden. Das lädt zum Experimentieren ein. Was ich aber nie gefeiert habe sind Leute, die sich auf die Schultern dieser jungen Kultur stellen, aber keinerlei Respekt vor ihrer Historie haben.

    Ich glaube, dass deutscher Hip Hop lange nicht mehr so viel zu bieten hatte wie jetzt und dass es wieder mehr Musikhörer gibt, die auch auf Qualität achten. Das fällt vor allem in der wiederaufgeblühten Battle Szene auf. Das „Was“ und das „Wie“ bekommen so langsam wieder mehr Relevanz. Ich habe letztens ein paar Sachen von Chefket, Raf Camora und MoTrip gehört, die ich sehr nice fand!

    Was die Charts anbetrifft, lässt die Vielfalt natürlich ein bisschen nach. Schade finde ich es dann, wenn es nur noch überdramatische Texte gibt, die in cineastisch gebauten Beats voller irreführendem Pathos versinken, bei dem eigentlich keiner am Ende die Aussage erkennt. Oder wenn nur noch Party Songs laufen, die so anspruchslos sind, dass, obwohl man sich wehrt, man am Ende doch die Lyrics kennt. Das ist zwar bekanntlich meckern auf höherem Niveau, aber auf dem sollte man sich doch bewegen wollen, oder?

    Da kann ich dir nur zustimmen.

    Danke für das aufschlussreiche Interview. Abschließend noch eine Frage: Gibt es schon musikalische Pläne für das nächste Jahr bzw. was dürfen wir noch von Young Roddie erwarten?
    Ich habe schon konkrete Ideen für eine neue Platte. Sie wird wohl an den neuen Stil von „Momentum“ anknüpfen, aber wahrscheinlich doch wieder ganz anders werden.

    0 KommentareKommentierenPop OutCheck this out »